Last edited: 2015-06-25 by gs.
Siegel der Universität Heidelberg

Statistics in Heidelberg: A History

This is work in progress. A personal attempt to give a view on our history. It is biased, centering on statistics at the Faculty of Mathematics, now Faculty of Mathematics and Computer Science. And so far, it is by large just a collection of material.

Dates are not complete and need to be checked. Comments are personal opinions.

It is far from complete. In particular recent developments in the social sciences and in economics are not yet included.

Corrections/additions are welcome, preferably using [this link]

Much of he material is based on information from G. Doerflinger, UB Heidelberg.


I tried to keep this page readable. For references and sources, if available, please see the html source of this document.
I have not been able to clear all copyrights for the photos. If there is any copyright or reference problem, please contact me directly using [this link]. .
G. Sawitzki 


History. After more than 30 years, I left this site. Maybe someone else will carry on.
Good bye.
Last edited: 2015-06-25
G. Sawitzki 



 
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Enno Mammen

*1955

2014–

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Rainer Dahlhaus

*1955

1988–
und SFB 123

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Tilmann Gneiting

*1966

2009–2013

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Mark Podolskij

*1979

2010–2014

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Markus Reiß

*1973

2005–2008

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Enno Mammen

*1955

1995–2003

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D. W. Müller

*04.03.1942

1973–1980 und 1983–2005
und SFB 123

Er initiierte das "Sta­tis­ti­sche Kolloqui­um" (ein wöchentliches Seminar gemeinsam mit Frank­furt, unter der Feder­führung von Her­mann Dinges) sowie die Heidelbergerger Statistik-Tage.
Die Reihe "Beträge zur Statistik", geht ebenfalls auf seine Ini­tiative zurück, ebenso das Statistische Labor (StatLab). Dessen Ge­schichte ist ein eigenes Kapitel und auf den StatLab WWW-Seiten dokumentiert.

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Theo Gasser

*1941

Zentralinstitut für Seelische Ge­sund­heit und SFB 123
1976–1991 Associate Professor in Biostatistics

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1977 – 1992 DFG Sonderforschungsbereich 123: Stochastische Mathematische Modelle

Die Einrichtung von Lehrstühlen und Instituten zur medizinischen Statistik war in ihrer Ausprägung eine zu seiner Zeit über­raschende Öffnung der Medizin zur Mathematik. Der SFB 123 griff diesen Vorstoß und die damit verbundene Herausforderung auf. Mit Bedacht wurde hier der Kontakt zur Medizin einbezogen. Über die Mathematik hinaus gehende Teilprojekte aus dem Bereich der Biometrie (oder damals noch: "Medizinische Statistik") waren ein wesentlicher Teil dieses Sonder­forschungs­bereichs.

Prägend war auch das Erbe von Klaus Krickeberg. Krickeberg hat wisenschaftliche Arbeit immer in (konkreter) gesellschaftlicher Verantwortung gesehen. Wisenschaftliche Arbeit ist in einer Bringeschuld, und auch vor diesem Hintergrund ist die Struktur des SFB 123 mit der Einbeziehung der Medizinischen Statistik zu sehen.

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Klaus Krickeberg

*1. Mar. 1929

1958–1971

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Klaus Krickeberg war von prägendem Einfluß auf die Stochastik. Seine eigenen Gebiete sind Maß- und Wahr­schein­lich­keitstheorie, stochastische Geometrie, und angewandte Gebiete von der geometrischen Statistik bis zur Epi­demiologie. über seine Heidelberger Zeit hinaus war er mit Herrmann Rost Heraus­geber der "Zeitschrift für Wahr­schein­lich­keitstheorie und verwandte Gebiete", international als "the seitshrift" ein Begriff und weltweit führend.

Über den theoretischen Bereich hinaus gehend nutzte er seine Kenntnisse, um beim (Wieder-)Aufbau des Ge­sund­heits­systems in Laos und Vietnam als Medizin-Statistiker zu helfen.

1970 Anerkennungs des Sonderforschungsbereichs "Stochastische mathematische Modelle", Heidelberg, durch den Wissenschaftsrat.

Krickeberg verließ kurz danach Heidelberg, und erst 1977 nahm der Sonderforschungsbereich seine praktische Arbeit auf. Das das heutige Zentrum für Wissenschatliches Rechnen ist auf der Basis dieses Sonderforschungsbereichs entstanden. Klaus Krickeberg hat die Struktur der Universität Heidelberg nachhaltig beeinflußt

1984 – …    Heidelberger Kolloquium Medizinische Biometrie, Informatik und Epidemiologie

In Zusammenarbeit mit der Biometrie des deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) trägt die Medizinische Biometrie seit 1984 das Heidelberger Kolloquium. N. Victor hat sich insbesonere um die Institutionalisierung dieses Kolloquiums verdient gemacht. Inzwischen in Zusammenarbeit mit der Epidemiologie und dem Zentralinstitut für Seelische Ge­sund­heit (Mannheim) ist das Heidelberger Kolloquium zu einer im Semester regelmäßigen Veranstaltung, die über Fach- und Institutsgrenzen zum Sammelpunkt biometrischer Aktivitäten geworden.

Statistische Probleme, die im Zusammenhang mit der Beurteilung von Therapien und bei der Untersuchung des Verlaufs von Erkrankungen auftreten, wie z.B. die Behandlung von zensierten Daten, haben hier eine besondere Rolle. Andere Fragen und Herausforderungen an die Statistik ergeben sich im Zusammenhang mit der Planung und Auswertung von Studien. Dies gibt einen weiteren wichtigen Themenkomplex für das Biometrische Kolloquium.

Als man sich wieder traute nachzudenken, sah man, daß es im internationalen Vergleich einen Nachholbedarf gab. Ein besonderer Bereich war die kritische Evaluierung medizinischer Information. Erstaunlich früh ist hier das notwendige Wechselspiel zwischen Mathematik und Medizin erkannt worden; die Planung und Auswertung von Impfungen, damals die Einführung der Polio-Impfung, haben den Nutzen dieser Interaktion drastisch illustriert. Martin Schumacher (Heidelberg 1979-1983) hat diese Entwicklung aus Freiburger Perspektive dokumentiert [M. Schumacher: Wie die Medzinische Statistik nach Freiburg kam]. Die DFG und der Wissenschaftsrat griffen diese Ideen auf und ermöglichte es, an ausgewählten Standorten eine eng mit der Mathematik verbundene medizinische Statistik aufzubauen, eine Möglichkeit, die in einer dritten Stufe auch Heidelberg erreichte.

Maßgeblich unter dem Einfluß von H. Immich entwickelte sich in der Medizin eine eigenständige Statistik. Der Name "Medizinische Statistik" war zunächst ein verbreiteter politischer Kompromiss, um Kollisionen mit der Natur­wissen­schaft­lichen Fakultät zu vermeiden. Die spätere Bezeichnung ist Medizinische Biometrie.

Die Nähe zum Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) führte dazu, daß die Epidemiologie und insbesondere die Krebs-Epidemiologie immer eine besonderes Gewicht hat. Dies ist aber ein eingeständiges Gebiet mit eigener Ent­wick­lung und eigener Tradition. Epidemiologie ist sowohl an der Universität als auch am DKFZ in eigenen Bereichen vertreten.

M. Kieser

Meinhard Kieser

*

2008–
Medizinische Biometrie

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Annette Kopp-Schneider

Annette Kopp-Schneider

*

DKFZ

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Stefan Wellek

Stefan Wellek

*

Zentralinstitut für Seelische Ge­sund­heit

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Norbert Victor

*08.Dec.1940 †18.Apr.2011

1983–2007
Med. Biometrie und Informatik

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J. Wahrendorf

Jürgen Wahrendorf

*

DKFZ

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Petre Tăutu

*6. Jan.1927– †

(1973) 1989–1993
DKFZ & SFB 123

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(1982)

Herbert Immich

*30.Aug.1917 †17.Jul.2002

1971–1982 & SFB 123Medizinische Statistik

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Lutz Edler

*

DKFZ
President of the IASC 1991-1993

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Ernst Weber

*01.Juli 1925

1976–1990
DKFZ

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Gustav Wagner

*10.Jan.1918
†16.Sep.2006

1976–1986 DKFZ und Lehrstuhl
Med. Dokumen­tation und Statistik

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1957 Gründung des Instituts für Angewandte Mathematik

1933-
Wir wissen wenig über diese Zeit. Selbst heute ist sie noch oft tabuisiert.
Nach heutigem Wissen gibt es keine besonderen schwarzen Stellen in der Statistik an der Universität Heidelberg.
Mitgau (SA-Mann seit 1938) fand sein Auskommen mit den Nazis. Auf der anderen Seite verlor Gumbel schon im Februar 1933 seine Lehrbefugnis und wurde kurz darauf ausgebürgert. Die anderen Lehrer in der Statistik folgten bald.

Es gab durchaus Unterschiede. Es gab in der Mathematik die Begeisterung für die "eminent arische Zahl Pi", und so etwas passte in das System. Und es gab die Stochastik, wo Zweifel und die Möglichkeit des Anders-Seins Grundprinzipien sind. Der gesamte Bereich der Stochastik war Ende der braunen Jahre in ganz Deutschland praktisch lehrgefegt.

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Andrei Nikolajewitsch Kolmogorov

*25.Apr. 1903 †20. Oct.1987

Never in Heidelberg

1933 erschien Kolmogorovs Lehrbuch "Grundbegriffe der Wahrschein­lich­keits­rechnung". Die darin vorgestellte Axiomati­sierung ist die Grundlage unser heutiger Arbeit. Statistik (d.h. der Schluss von Daten auf Verteilungen) und Wahrschein­lichkeits­theorie (d.h. der Schluss von Verteilungen auf spe­zi­elle Eigenschaften und abgeleitete Verteilungen, z.B. von Daten) haben hier eine gemeinsame Basis. Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie finden sich unter dem gemeinsamen Dach der Stochastik.

Von vornherein ist überhaupt nicht klar, daß so unterschiedliche Probleme wie die politische Arithmetik von Wahlen, die Physik von Vielteilchensystemen (bis zur Thermodynamik), die Analyse von Überlebenszeiten, die Mathematik von Versicherungen (und die Fest­legung von Prämien), die Bewertung von Glücksspielen mit den selben Modellen be­handelt werden können. Mit Kolmogorov ist klar: der Gesichtspunkt des Maßes ist die Basis für diese Gemein­samkeit. Und, überraschend, der Zufall ist eine Hypothese, die man in diesen Axiomen nicht braucht.

Statistikvorlesungen in Heidelberg 1921-1934 Die Veranstaltungen werden entweder vom Institut für Sozial- und Staats­wissen­schaft (InSoSta) - am Anfang noch Institut für Volkswirtschaft - oder vom Mathematischen Institut angeboten. Meistens wird von der Mathematik auf die Staats­wissenschaft verwiesen (der umgekehrte Verweis ist niemals der Fall); teilweise werden die Vorlesungen auch völlig unkoordiniert neben­einander angeboten.

Die Bezeichnung "Statistik" war in dieser Zeit noch nicht allgemein üblich. Häufig findet sich die aus der englischen Tradition stammende Bezeichnung "politische Arithmetik".

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Karl Bopp

*28. Mar. 1877
†5. Dec. 1934

1915–1934
Fak. f. Mathe­matik. Außer­ordent­licher Pro­fessor. Geschichte der Mathe­matik, politische Arithmetik, und Ver­sich­er­ungs­wesen.

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Wolfgang Sternberg

*20. Dec. 1887
†23. Apr. 1953

–Institut für Sozial- und Staatswissen­schaften

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Hermann Mitgau

*23. Mai 1895
†14. Dec. 1980

–Institut für Sozial- und Staatswissen­schaften

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Emil Julius Gumbel

*18.Jul.1891 †10.Sep.1966

ab 1923 Lehrauftrag für Statistik am Institut für Sozial- und Staats­wissen­schaften (bis Mai 1924 Volks­wirt­schaft­liches Seminar)
1930 Ernennung zum außer­ordent­lichen Professor
1933 Entziehung der Lehrberechtigung und Ausbürgerung

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Gumbels Arbeiten sind wesentliche Grund­lagen der Statistik extremer Er­eig­nisse.

Die Geschichte der Statistik in früheren Zeiten ist nur schwierig zu verfolgen. Statistik war natülich in der wissenschaftlichen Arbeit präsent. Prominente Beispiele sind die Geodäsie und die Astronomie. Die Statistik war aber selten explizit und hatte kein gemeinsames Dach. Der Anteil der Statistik ist erst z.B. mit den Beiträgen von Gauss erkennbar. Die Karten und Instrumente von Sebastian Münster zeigen, daß er sich mit diesem Problemen befasst hat. Aber dieser Teil der Geschichte ist noch nicht aufgearbeitet.
Dieser Teil der Geschicht bleibt also auf anekdotische Erwähnungen beschränkt.

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C.F.Gauss

*30. Apr. 1777 †23. Feb. 1855,

Never in Heidelberg

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Gauss markiert einen Meilenstein auf dem Weg zur modernen Statistik. In "Theoria motus corporum coelestium in sectionibus conicis solem ambi­entium", 1809, führt er die "maximum likelihood"-Methode ein. Jahre später, 1839, entschuldigt er sich in einem Brief an Bessel dafür, und begründet, warum diese Metaphysik aufgegeben und durch eine Riskiko-Betrachtung ersetzt werden sollte.
Er macht hier den Schritt von Kochbuch-Rezepten in Richtung auf eine entscheidungs-orientierte Statistik.


In der StatLab-Zeit haben wir dieses Zitat als Motto unserer Arbeiten gesetzt.

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Wilhelm Lexis

*17. Jul 1837 †24. Aug. 1914

ca. 1860 chemisches Laboratorium (Bunsen)

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Später Bevölkerungs­statistik
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Daniel Bernoulli

*29.Jan. 1700 †17. Mar.1782

1718 Studium Medizin

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Spätere Arbeiten zur Medizin-Statistik

1386 Gründung der Universiät Heidelberg

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